Glaarkshouse

Und dann sind sie auf einmal zu lang! Die Gleise auf Sri Lanka!

Nun, ich bin kein Ingenieur. Auch kein Gleisbauer. Mein technisches Verständnis fußt auf einem bayerischen Physik-Grundkurs – mehr als 20 Jahre her – und ein paar praktischen Erfahrungen! Das war’s! Hat bisher gereicht, Peters kleine Welt zu verstehen! Bis zu diesem Tage!

Wir fahren mit dem Bummelzug 3. Klasse von Kandy (mitten im Wald) nach Ella (mitten im Wald). Dazwischen ist auch sehr viel Wald. Und Es geht bergauf. Mein lieber Studienfreund Markus (ebenfalls Psychologe, allerdings mit einschlägigen Erfahrungen in der Metallindustrie) hat mir einmal versucht zu erklären unter welchen Temperaturen Stahl weich wird. Was ich mir gemerkt habe: es muss heiß sein! Sehr heiß! Aber so heiß ist es hier nicht! Wahrscheinlich so um die 30 Grad. Die Ventilatoren an der Decke der Wagons laufen auf Hochtouren. Plötzlich kommt der Zug mitten im Wald zum Stehen. Jen spricht mit einem Einheimischen und erklärt mir im Anschluss, dass wir 300 Meter vor einem stillgelegten Bahnhof und etwa 4 km vor dem nächsten Dorf stehen. Okay! So what? Der Zug wird nicht weiterfahren können! Irgendetwas an den Gleisen! Ach ja! Toll! Ist ja wie in Deutschland! Sie sagen es dauert etwa 4 Stunden bis es repariert ist! Machen wir sicherheitshalber mal 8 Stunden draus! Großartig! Und jetzt?

Ich mache mich auf den Weg zu dieser Gleisstelle! Und ich kann es nicht glauben! Eine Gruppe von sieben oder acht Männern mit Flipflops und Hämmern bewaffnet hantiert irgendetwas an diesen meterlangen Stahlprofilen! Bolzen werden gelöst! Schienen angehoben! Und plötzlich fangen sie an zu schneiden! Sie wollen die beiden Schienen um gut 20 cm kürzen! Die Gleisstücke waren wohl auf einmal zu lang! Damit alles wieder zusammenpasst müssen jetzt 20 cm weg! Ist ja logisch! Irgendwie! Nun, nicht für mich! Ich frage, wann der letzte Zug hier entlang gekommen ist? Man antwortet mir, vor etwa 3 Stunden! Ich denke kurz darüber nach, wie der Zug das wohl gemacht hat, konzentriere mich aber schnell wieder auf das Hier und Jetzt! Ob der Zug wohl umkippt, wenn wir da gleich drüber fahren, ob auf der linken oder rechten Seite zu stehen besser wäre, ob Jen aussteigen soll und ich ihr helfe reinzuspringen, sobald wir mit dem Zug daran vorbei sind! Die Frage nach dem „Wie kann das sein?“ hebe ich mir für später im Zug auf!

Es dauert nicht ganz eine Stunde und die beiden Gleise sind gekürzt, die Schienenstücke wieder miteinander verschraubt, die Bolzen in die Holzplanken eingeschlagen und mit viel Hebel und Augenmaß die Gleise wieder mehr oder weniger gerade gerückt! Es kann weiter gehen! Na also, funktioniert doch! Irgendwie! Auf Sri Lanka! Wunderbar!

Und das war nun ganz und gar nicht wie in Deutschland! Da stünden wir wahrscheinlich jetzt noch vor dieser einen Gleisstelle und würden auf die erste Durchsage warten! Achso, wie das sein kein? Inschallah! Wahrscheinlich! Wir freuen uns auf Indien!

Trainspotting in Sri Lanka Trainspotting in Sri Lanka Trainspotting in Sri Lanka Trainspotting in Sri Lanka Trainspotting in Sri Lanka Trainspotting in Sri Lanka Trainspotting in Sri Lanka

 

 

 

 

Advertisements

KOMMENTAR VERFASSEN

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: