Verschiffungen

1. Iran / Vereinigte Arabische Emirate (2013)
Es gibt wohl zwei Verbindungen zwischen den beiden Ländern: Banda-Abbas nach Sharjah (direkt neben Dubai) und Bandar-Lengeh nach Dubai direkt. Wir haben die erste Verbindung gewählt, die zweite sieht wohl keine Fahrzeuge vor, so unser Kenntnisstand.

Wir haben das Fährunternehmen VALFAJR beauftragt. Die Schiffe fahren zweimal in der Woche (Mi/Sa) von Bandar-Abbas nach Sharjah (Dubai). Es reicht vollkommen wenn man etwa 3 Tage vor Abfahrt vor Ort im Büro (in Bandar-Abbas) ein Ticket kauft. Telefonisch und per Mail konnten wir im Vorfeld nicht viel erreichen. Das Büro war leider etwas schwierig zu finden, wir wissen die Adresse nicht mehr, haben uns allerdings vor Ort einigermaßen durchfragen können.

Für uns hat die Fähre etwa 750 USD gekostet, für einen befreundeten VW-Bus ca. 500 USD – da kleiner. Motorräder sind bestimmt günstiger! In beiden Häfen kamen allerdings noch Kosten hinzu die nicht wirklich transparent waren. Alles in allem kamen wir auf 885 Euro für die Verschiffung.

Am Tag der Abfahrt sollten wir schon morgens um 8 Uhr da sein – auch wenn das Schiff erst abends fährt. Der ganze Tag war der Horror, im Nachhinein vielleicht aber auch lustig. Ihr findet einen ausführlichen BERICHT darüber. Die Fahrt dauerte etwa 11 Stunden und war recht nett, inklusive Abendessen und Frühstück. Wir waren nur 4 westliche Touristen an Bord und durften in einer abgetrennten Mannschaftskabine schlafen. Sehr gut, denn es war unerträglich heiss dort im September!

Valfajr

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2. Vereinigte Arabische Emirate (Dubai) / Bombay in Indien (2013)
Wir haben gehört, dass es RoRo (Roll On / Roll Off) Verschiffung vom Iran nach Indien gibt, haben dazu aber zum Zeitpunkt unserer Planung nichts dazu gefunden.
Wir haben unseren Unimog im Oktober 2013 per RoRo von Dubai nach Mumbai verschifft. RoRo ist meist teurer als Container-Verschiffung, das kommt für uns leider aufgrund der Größe des Unimogs nicht in Frage.

Zum Prozedere:
Nach Mumbai haben wir über LS-CARGO in Bremen verschifft. Die Ansprechpartner waren sehr freundlich. Sie haben uns Kontakte zu Agenten in Dubai und Mumbai zur Verfügung gestellt, mit Namen, funktionierenden Email-Adressen und Telefonnummern.
Buchen kann man relativ spontan, also 4-5 Wochen vorher, doch man sollte alle Infos schon bereit haben. Die Kommunikation mit den Shipping Unternehmen war bei uns sehr zäh, bis man wirklich einen guten Ansprechpartner gefunden hat. Die Abfahrtszeiten hängen vom ETA (Estimated Time of Arrival) des Schiffes im Starthafen ab und können stark vom geplanten Termin abweichen. Bei uns waren es fast 3 Wochen. Wir haben uns erst auf den Weg nach Dubai gemacht als uns unsere Agentin den ETA des Schiffes in Dubai bestätigt hatte. Zum Glück!

Dauer der Verschiffung:
Die Fahrt des Schiffes alleine dauerte nur 10-14 Tage. Inklusive Abfertigung am Starthafen in Jebel Ali (Dubai) und Clearance am Zielhafen in Mumbai dauerte das Ganze in unserem Fall 25 Tage. Wir haben aber auch von Overlandern gehört, die in Mumbai 4 Wochen auf ihr Auto warten mussten.

Agenten:
In den Häfen können Shipping-Agenten beim Prozedere helfen. In Mumbai geht das Prozedere gar nicht ohne einen Agenten, da man selbst nicht in das Hafengelände (Indira Port) darf. Der Agent erledigt die Bürokratie mit dem ihm ausgehändigten Carnet de Passage und dem Reisepass des Fahrzeughalters. In anderen Häfen geht es auch ohne Agenten, aber wir würden in Ländern, in welchen man die Sprache nicht spricht einen Agenten wärmstens empfehlen. Die Agenten verlangten bei uns etwa 150-250 USD (pro Hafen).
Man muss immer mit einrechnen, dass die Kosten der Cargo-Unternehmen OHNE die Hafengebühren, Clearance-Kosten etc. angeboten werden – egal ob Container oder RoRo. Das wussten wir z.B. nicht und es war auch nicht immer wirklich transparent.

Unsere Kosten, alles in allem:

Verschiffung nach Mumbai (Unimog) Euro  1.847,00
Hafenkosten in Mumbai Euro  477,00

3. Singapur / Vladivostok via Yokohama (2015)
RoRo Verschiffung via Wallenius Willemsen.

„Towing“ in Singapur – man darf in Singapur nicht fahren:
Wer für die Verschiffung an den Hafen muss kann sich ab dem Zoll (Malaysia, Tuas check Point) bis zum Hafen “towen” lassen. Ca. 300 Euro pro Fahrzeug. Abwicklung professionell und unkompliziert über den Automobilclub Singapur.
Achtung: es gibt ein Toll Gate auf der Brücke zwischen Malaysia und Singapur an dem man nicht bar bezahlen kann. Eventuell Toll Pass am Tag vorher mit Cash aufladen. (7 RM)

Local Charges in Singapure gab es nicht, außer 4 USD Gebühr am Customs Office.
Den Eintritt ins Hafengelände hat die Towing Firma bezahlt.

Automobile Association of Singapore
Mrs. Rosie Chan 
535 Kallang Bahru GB Point Singapore 339351
Tel: 6333 8811 ext 105
Rosie.Chan (at) aas.com.sg
www.aas.com.sg

Wallenius Wilhelmsen Logistics (Singapore Branch)
Mrs. Diana Teo
Phone: +65 6379 5166
Phone Direct: +65 6379 5080
Fax: +65 6379 5106
E-mail: diana.teo (at) 2wglobal.com

Internet: www.2wglobal.com

Links (unser Agent in Vladivostok)
Yuri Melnikov, General Manager
89 Svetlanskaya Street, Office 312
690001, Vladivostok, Russia
Phone/Fax: +7 423 2221578
Phone: +7 423 2220887
Mobile: +7 902 5243447
ymelnik (at) links-ltd.com
www.links-ltd.com

Yuri und seine Assistentin Svetlana sind unheimlich hilfsbereit. Yuri hat uns für 15 USD auch die Autoversicherung für Russland (ca. 100 Euro für 6 Monate ) besorgt.
Local Charges in Vladivostok tbd.

Gebühr für Yuri: 250 USD (man kann den Customs Prozess selbst nicht durchführen, da man nicht selbst in das Hafengelände kommt … und wir würden es aufgrund der Sprachbarriere auch niemandem raten.

Hier ist noch ein etwas ausführlicherer ARTIKEL zu dieser Verschiffung.

Towing


Achtung:
Wir haben von vielen Overlandern gehört, dass bei RoRo gerne geklaut wird (da das Auto vom Hafenpersonal gefahren wird) besonders wenn es einen Durchgang vom Wohnraum zur Fahrerkabine gibt. Alle Wertsachen mitnehmen oder fest in sicheren Safes verschließen! Wir selbst haben keinen Durchgang, was bei RoRo ein deutlicher Vorteil ist.

Bei Flatracks oder Open Top Containern haben wir von eingedrückten Dächern oder Beschädigungen am Fahrzeug gehört. Der geschlossene Container ist am sichersten, da man ihn selbst verschließen und wieder öffnen kann, aber eben nicht für alle Fahrzeuge geeignet. In Mumbai empfahl man uns einen „Watch Man“ für die Tage, die das Autos unbeaufsichtigt (bis zum Clearance) im Hafengelände steht. Wir haben das dann auch gebucht, ob das nötig war, wissen wir nicht (100 USD für 4 Tage). Am Ende wollte aber auch niemand das Geld dafür.

Bei Fragen einfach eine Mail an uns. Alle Angaben ohne Gewähr. Auf dieser SEITE gibt es übrigens weitere sehr hilfreiche Infos und Kontakte zu Verschiffungen in Asien!

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9 Kommentare

  1. Hallo, wir sind zur Zeit mit VW-Bus in Dubai. Im August sind wir in Hamburg gestartet und wollen von hier das Auto im Container nach Indien verschiffen. Könnt ihr uns den Kontakt zu eurem Agenten vermitteln, der euch in Dubai unterstützt hat?
    Vielen Dank und schönen Gruß
    Bernd und Theresia

    Gefällt 1 Person

      • Jennifer Glas Design

        Hi Georg,
        hui, das ist schwer pauschal zu beantworten da es davon abhängt, ob du viel offroad fahren willst, oder dich an die Straßen hältst, ob du in die Berge fahren willst oder in die Wüste.
        Wir haben auf unserer Tour Reisende in stinknormalen weißen Wohnmobilen getroffen, die die Mongolei durchquert haben, andere sind mit einem ganz normalen 4-Sitzer PKW gefahren, von Spanien bis nach Thailand.
        Ja manche laufen oder fahren mit dem Rad nach China :-) Möglich ist alles!
        Wir raten jedem auf Fahrzeuge mit zu viel Elektrik zu verzichten, denn wenn da was kaputt geht weiß meist niemand Rat.
        Aber ansonsten muss jeder sein persönlich am besten passendes Fahrzeug finden.

        Viel Spaß bei der Planung :)
        Beste Grüße, Jen und Peter

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    • Hi Tobi,
      also, bei uns war im Service von Wallenius Wilhelmsen, dem Verschiffungsunternehmen, alles inklusive.
      Wichtig bei der Fahrt von Malaysia nach Singapur: da gibt es eine Brücke, für die man eine kleine Mautgebühr zahlen muss. Es sind zwar nur etwa 4 SD, doch es geht nicht in bar. Man braucht eine aufladbare Chipkarte aus Malaysia. Blöd, wenn man vor 8 Uhr dort steht, alles geschlossen ist und so eine Karte nicht hat.
      Man fährt von Malaysia aus zum Tuas Check Point (2nd link), das ist die Brücke ganz im Westen.

      Am Zoll von Singapur (Truck Line) mussten wir eine Gebühr von ca. 3 USD bezahlen, das war’s. Dort hat uns dann die Towing Company abgeholt. Am Eingang zum Hafen (Jurong Port) hat die Towing Company auch die Eintrittsgebühr bezahlt. Wir wurden direkt in das Warehouse des Hafens geschleppt, Schlüsselübergabe, fertig! Alles relativ unproblematisch.

      Nach 5 Tagen Auto waschen (innen und außen) wollte übrigens NIEMAND unser Auto inspizieren, nichts! Es hat nicht einmal jemand hinten rein geschaut! :)

      Bei Fragen einfach melden. Beste Grüße!

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  2. Pingback: Das Glaarkshouse – mal wieder – auf hoher See. | Glaarkshouse

  3. Noah

    Hallo wir sind gerade in iran nit unserem mitsubishi lancer unterwegs und wollen von bandrabas nach dubai und weiter nach indirn ro-ro verschiffen bis nach dubai solltrn wir ohne hilfr schaffen aber für dubai währen wir froh für ein paar genauere infos

    Liebe grüsse

    noah

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