Glaarkshouse

Why Dubai? Das Glaarkshouse sticht in See.

Eigentlich haben wir uns bisher nie absprechen müssen, wer von uns dreien eine Geschichte zu unseren verschiedenen Reiseländern schreibt. Irgendwie hat sich das einfach immer ergeben. Bis wir in die Vereinigten Arabischen Emirate gekommen sind. Da haben wir uns alle drei ein wenig vor dem Schreiben gedrückt. Es mag vielleicht daran liegen, dass wir dieses kleine, reiche, heiße, feuchte Land nicht schon zu Beginn in unserer Planung hatten und dort quasi nur notgedrungen einreisen mussten. Denn ursprünglich wollten wir Anfang Oktober vom Iran auf dem Landweg über Pakistan nach Indien reisen. Leider gehört aber dieses mit Sicherheit spannende Pakistan aktuell nicht zu den sichersten Reiseländern dieser Welt. Und so haben wir an Weihnachten 2012 viel darüber geredet, diskutiert, gelesen, recherchiert, geplant, verworfen … und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir aktuell einen Bogen um die Pakistanroute machen, die derzeit auch nur im Militärkonvoi möglich gewesen wäre. Letztendlich hätte es dann auch nicht geklappt, da wir gar kein Visum bekommen haben. So sind wir also in den Emiraten gelandet­ – quasi als Stopp-Over vom Iran nach Indien – denn von hier sollte unser Glaarkshouse den weiten Seeweg nach Mumbai antreten. Dass wir auf diesem Wege ganz unerwartet den wunderschönen Oman kennenlernen durften, war Zufall. Und ein Geschenk!

Zurück zu den Emiraten. Um es mal mit den Worten eines befreundeten Inders mit Dubaier Wahlheimat zu sagen: „Dubai ist wohl die sauberste Stadt Indiens.“ Dieser Satz sollte sich bewahrheiten, aber dazu später. Nun, was kann man über die Vereinigten Arabischen Emirate sagen?

Es ist so unglaublich sauber hier! Die Straßen sind gepflegt, die Häuser meistens auch. Die Scheichs sorgen sich. Um dies und jenes. Die U-Bahnstationen sind modern, klimatisiert. Die Züge sind so pünktlich dass es Angst macht. Die Geschäfte sind edel. Und teuer. Die Supermärkte bieten uns reichlich mehr als wir die letzten Monate erleben durften und erschlagen uns mit ihrer Vielfalt. Die Städte wirken sehr aufgeräumt. Zu aufgeräumt? Nach einigen Monaten in eher ärmeren Gegenden, erleben wir eine leichte kulturelle Überforderung. Und Widerwillen gegen den Überfluss.

Die Menschen fahren unglaublich neue, große Autos! Diese sind meist weiß, haben dunkle Scheiben und deren Motoren laufen eigentlich immer – auch wenn der Fahrer mal nur eben in den Supermarkt muss. Die Aircon darf auf keinen Fall ausgehen, denn es ist heiß hier. Sehr heiß! So heiß, dass man im Sommer eigentlich nicht vor die Tür gehen kann. Wir ernten Kopfschütteln, wenn wir erzählen, dass unsere Klimaanlage aus dem Herunterkurbeln zweier Fenster besteht.

Den Bewohnern der Emirate geht es sehr gut! Hell Yeah! Sie verdienen bekanntlich viel steuerfreies Geld und die Unternehmen zahlen lukrative Boni bezahlen um ihre Mitarbeiter in die große Hitze und Feuchtigkeit Dubais zu locken. Es scheint den vielen Expats Kopfzerbrechen zu bereiten, dass Andere seltsamerweise nicht auf die Idee kommen es ihnen gleich zu tun, sich dort für ein paar Jahre niederzulassen, um „richtig gutes Geld zu machen.“ Steuern scheinen für sie ein unverständliches Konzept geworden zu sein! Auch das Gesundheitssystem ist wirklich vorbildlich! So müssen die Locals ausschließlich symbolische Beiträge bezahlen, um in staatlichen Krankenhäusern behandelt zu werden. Auch wir sind in den Genuss dieses Systems gekommen. Obwohl ich nach meinem Sturz von der Unimog-Leiter genäht und mehrfach nachbehandelt werden musste, sollte ich keinen einzigen Cent bezahlen. Die Ärzte waren wundervoll, die Kliniken topmodern und die Pflegekräfte unglaublich hilfsbereit.

Aber nicht nur was Kliniken, Klimaanlagen, Gehälter und Karrieren betrifft, sind die Emirate eine (Wahl)heimat der Superlative. Ob es um die Größe von Malls, Fontänen, Hotels oder Wohnhäusern geht, hier wird nichts versäumt, um möglicherweise zu klein geratene Dinge oder klimatechnische Einschränkungen durch unermessliche Größen, Höhen und Weiten zu kompensieren. Dass das Ganze ins Absurde und Kitschige abdriftet, ist ja nichts Neues.

Überraschend war für mich in der Tat die Freundlichkeit der Locals. Habe ich doch zugegebenermaßen eher ernste, traditionsbehaftete, zurückgezogen  – weil unvorstellbar reich – lebende Araber erwartet, so sind uns diese extrem freundlich, lustig und auf Augenhöhe entgegen getreten. Allerdings findet man gar nicht viele Araber in den Emiraten. Die Menschen kommen hier aus allen Herren Länder. Aber vor allem: aus Kerala! Wenn wir es nicht besser wüssten, würde man meinen, Kerala sei mittlerweile unbesiedelt. Denn alle sind sie hier. Wir werden uns also bald nach Kerala aufmachen müssen, um die Situation vor Ort zu prüfen. Mal sehen, ob da noch jemand ist! We’ll keep you posted!

Die Bürokratie in Dubai ist verhältnismäßig entspannt; sind wir doch auch schon ein wenig schmerzempfindlich durch die Erfahrungen der letzten Wochen. Die Verschiffungsangelegenheiten in Jebel Ali verlaufen unspektakulär. Wir kehren überrascht in unser Hotel zurück. War’s das schon? Eigentlich kann man also nicht viel Negatives über Dubai und die Emirate berichten. Es ist alles gut dort. Sehr gut. Ausgesprochen gut. Eigentlich. Aber eigentlich eben auch ein wenig langweilig. So wie dieser Artikel? Verzeihung, es fällt mir nicht viel Bewegenderes ein zu diesem Land.

Und so haben wir spontan entschieden, nach Sri Lanka zu fliegen, während das Glaarkshouse die große Kreuzfahrt über den Indischen Ozean antritt. Bye bye Dubai. Wir werden dich als das in Erinnerung behalten, was du auch vorher für uns warst: eine notwendige wenn auch sympathische Zwischenstation – ob mit dem Flieger oder einem Unimog – auf dem Weg nach Asien.

Fujairah Fujairah Fujairah Fujairah Fujairah Weg nach Dubai Weg nach Dubai Dubai Dubai Jebel Ali Jebel Ali

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