Glaarkshouse

… wenn das Gute liegt so nah.

Habt ihr denn kein Fernweh? Wann packt euch das Reisefieber wieder? Ist denn der nächste Road Trip schon geplant? Ist euch hier nicht langweilig? Könnt ihr eigentlich noch so ein ganz normales Leben leben?

… so irgendwie klingen die Fragen, die wir seit der Rückkehr unserer Halb-Weltreise immer wieder beantworten dürfen. Ich denke, man befürchtet, wir seien auf immer und ewig zu Fernweh und Reisefieber verdonnert. Nun, ich würde mal sagen, wir lieben Abenteuer. Doch Abenteuer müssen gar nicht unbedingt auf 5.400 Höhenmeter stattfinden. Oder auf 7qm Wohnfläche. Bei 50 Grad im Schatten. Oder in einer Wüste ohne Straßen.
Das vermutlich größte Abenteuer unseres bisherigen Lebens ist momentan etwa 75cm groß, wiegt fast 9 Kilo und trägt in diesen Tagen am liebsten ein rotes Plastikeimerchen durch die Wohnung: Frida. Und mit Frida haben wir uns nun erst einmal ein Nest gebaut, gehen unserem neu gefundenen Alltag nach und spüren wie sich die Prioritäten unseres Lebens auf wunderschöne Weise auf den Kopf gestellt haben. Die Route wird neu berechnet!

Ja und wie verreist man denn nun als junge Familie, wenn man noch bis vor kurzem die vielen einsamen und wilden Straßen dieser Welt befahren hat? Welches Ziel schwebt einem vor Augen, wenn man 30 Monate nonstop auf Reisen war? Nun, die Anforderungen für unsere erste kleine Reise als frisch gebackene Familie waren ganz unspektakulär: kinderfreundlich sollte es sein, entschleunigt, keine lange Anreise erfordern, mit Natur verbunden – und all das nicht zu kostspielig.

Nach ein wenig Recherche und Abwägen stand der Plan: Wir fahren nach Tirol! Ich selbst war noch nie da, Peter nur zum Skifahren – und Frida hatte diesem Plan noch recht wenig entgegen zu setzen. Und so machen wir uns Mitte September auf ins Ötztal. Nach kurzer Anreise von München über den Scharnitzpass erreichen wir unsere Unterkunft – den „GRIESSERHOF“ – ein familiärer Biobauernhof im kleinen Örtchen Oetz, ziemlich zu Beginn der langen Straße in das beeindruckende Tiroler Tal.

In den ersten beiden Tagen kommen wir leider nicht so wirklich in die Gänge: ein unheimlich verschnupftes und zahnendes Töchterchen, ein gewaltig erkälteter Familienvater sowie das furchtbar schlechte Wetter – ja und gar ein Wintereinbruch mit Neuschnee – lassen uns erst einmal in unserer zugegeben gemütlichen Unterkunft verharren. Wir gehen nur wenig vor die Tür, hauptsächlich um den vielen Tieren des Hofs einen Besuch abzustatten: Hühner, Kühe mit ihren kleinen Kälbchen, Hasen, Katzen und Vögel machen der kleinen Frida große Freude. Der Griesser-Bauer und sein 13-jähriger Sohn geben uns einen schönen Einblick in ihren Alltag, zeigen uns die Melkmaschinen sowie das Eierband, über das die Bio-Eier der über 1.000 Hühner befördert und sortiert werden. Wir sprechen hier übrigens wirklich von Bio: die unheimlich gesund aussehenden Federviecher leben auf einem fußballfeldgroßen Feld und verlieren sich fast auf ihrem Gelände, wenn sie nicht gerade zum Fressen zum Haupthaus kommen.

Am dritten Tag fühlt sich Peter immer noch nicht besser, und so wird der Tag kurzerhand zu einem spannenden Mutter-Tochter-Tag umfunktionert: Frida und ich fahren mit der Acherkogelbahn nach Hoch-Oetz und spielen im Schnee – dem ersten Schnee, den Frida so richtig bestaunen, spüren und erleben kann. Was ein Spaß! Ein kalter!

Am vierten Tag werden wir schließlich mit Sonne und blauem Himmel für unser Ausharren belohnt. Voller Motivation und Vorfreude machen wir uns endlich auf zum lang ersehnten Wanderspaß und kommen für den Rest des kurzen Urlaubs vollends auf unsere Kosten. Grüne und herbstliche Wälder, weiße Bergspitzen, angenehme Temperaturen und unheimlich viel Natur!
Wir unternehmen wunderschöne, familiengerechte Wanderungen – mal mit Crosswagen, viel lieber noch mit der Kraxn – betrachten die herbstliche Flora und reichhaltige Fauna der Wiesen und Wälder, erkunden den ein oder anderen wunderschön angelegten Waldspielplatz, kehren in urige Almen ein und lassen uns von der herrlich warmen Herbstsonne verwöhnen. Frida erfreut sich an allerhand spannenden Begegnungen: mit Tannenzapfen, Eiswasser, Nadeln, Moos, Kuhglocken, Wasserrädern, Raupen und Spinnennetzen. Alles wird ganz genau inspiziert – ja und schließlich werden Papas Ohren ganz neu entdeckt, die sie während der langen Touren in der Kraxn immer wieder kitzeln kann.

Nun, was sollen wir sagen? Warum nur in die Ferne schweifen …

 

Familiengerechte Ausflugstipps aus Oetz:

  • Fahrt mit der Acherkogelbahn nach Hoch-Oetz und Besuch des liebevoll angelegten Widiversum Wald-Spielplatzes (möglich mit Kinderwagen)
  • Fahrt nach Ochsengarten und leichte Wanderung mit der Kraxn zur „Almhütte Mareil“ (ca. 2 Stunden hin und zurück, leicht)
  • Wanderung um den Piburger See mit dem Crosswagen und Rückkehr nach Oetz über Haderlehn oder Sautens (ca. 2-3 Stunden, leicht)
  • Fahrt mit der Acherkogelbahn nach Hoch-Oetz und Abstieg ins Dorf mit der Kraxn (ca. 3,5h steil bergab), Einkehr in der „Kühtaile Alm“ – für den besten Topfenstrudel der Welt

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