Glaarkshouse

Drücken Sie auf „Pause“. Unsere Vorgartenidylle in Pokhara.

Reisen. Nonstop Bewegung. Sich treiben lassen. Schmutzige Straßen. Klare Flüsse. Gefährliche Gassen. Spannende Menschen. Abenteuer rund um die Uhr. Adrenalinkicks all you can eat. Der besondere Moment. In jeder Sekunde. Ferien für immer. Fremde Kulturen. Kulturschock for free. Skurrile Speisen. Aber nur da „wo die Einheimischen sind.“ Only the real thing. Länder inhalieren. Sich bilden. Und sich was drauf einbilden. Sich bewegen. Immer zu und pausenlos. Entdecken. So viel wie möglich. Und in der kürzesten Zeit. Nur einfach niemals stehenbleiben.

Nein. Das ist es nicht. Nicht ganz. Nicht immer. Nicht für mich. Reisen ist zweifelsohne wundervoll und kann all diese Facetten bieten. Mal mehr. Und manchmal weniger. Doch all dies zusammen und immer zu? Das würde mich in den Wahnsinn treiben.
Das Reisen verlangt von mir immer wieder Momente des Innehaltens, des Reflektierens, des Hinterfragens, des Ruhens. Zum einen, weil ich das Tempo und das „all you can get“ auf Dauer weder geistig noch körperlich durchhalten würde. Zum anderen weil ich keinen Freiraum hätte, all das Erlebte, das Entdeckte, das Schöne, das weniger Schöne, das Lustige, das Skurrile oder das Wunderbare zu verarbeiten.

Sonnenaufgang Pame Aussicht in der FrühPokhara Valley

Mein wundervoller Mann Peter und ich sind zum zweiten Mal auf dieser Reise in ein kleines Zeitloch gefallen. Wir verbringen unsere Zeit auf einer friedlichen kleinen Wiese am Ende des Pokhara Valleys. Oder wie Peter neulich zu jemandem sagte „Wir leben gerade. Nur eben nicht in Deutschland.“ Nun gut, eigentlich hätten wir uns zum heutigen Tag bereits in der Wüste Gobi befinden sollen. Aber das ist eine … ANDERE GESCHICHTE.

Zunächst waren wir natürlich sehr traurig, dass unsere Pläne nicht sein sollte. Doch so hieß es bald: „Die Route wird neu berechnet!“ Die Fügung des Schicksals akzeptierend wird kurzerhand recherchiert, geplant, geschoben, überlegt und entschieden. Und so steht auch schon bald der neue Plan für die kommenden Monate. Wir freuen uns sehr!

Kurz und gut. Erschöpft von den aufregenden Wochen in und um Katmandu stehen wir nun auf dieser kleinen, unheimlich idyllischen Wiese im Pokhara Valley und halten inne. Wir drücken auf „Pause“. Wir atmen auf. Wir fahren runter. Wir sammeln Kraft. Wir genießen die Stille. Wir reflektieren. Wir tauschen uns aus. Wir sprechen über das Geschehene. Wir freuen uns auf das Kommende. Wir bereiten uns vor.

Und so vergehen einige Tage, die nach außen erschreckend unspektakulär wirken – und für uns beide doch ausgesprochen wundervoll und wichtig sind.

Overlander Platz in Pame Villages SarankotDas weiße Haus
Um Pame herum

Wir schaffen uns eine kleine Gartenidylle vor dem Truck. Das Vorzelt seit langem wieder einmal aufgebaut, verbringen wir die heißen Tage und die lauen Abende draußen – und finden plötzlich mehr Abenteuer als erwartet: die Monate auf den staubigen Straßen haben ihre Spuren im und um das Glaarkshouse hinterlassen.

Und so werden geschundene Moskitonetze geflickt, staubige Fenster geputzt, in Mitleidenschaft gezogene Kleidungsstücke gewaschen, ramponierte Tische gestrichen, kaputte Stühle geflickt, tiefe Schränke ausgeräumt, geheimnisvolle Kisten entrümpelt, schmutzige Wassertanks geputzt, durchlöcherte Hosen gestopft, stolze Kriegerhaltungen im Yoga angenommen und lebenserhaltende Kuchen gebacken.
Wir nehmen den todesmutigen Kampf mit hinterhältigen Moskitoangriffen und Käferplagen auf, es werden vor Unheil schützende Türen repariert, Fenster vor dem Monsun abgedichtet, lebenswichtige Ventilatoren instand gesetzt … und während viele Overlander behaupten, Ducktape sei der beste Freund des Reisenden, so müssen wir dies leider widerlegen – mit der kampfbereiten Silikonpistole in der erhobenen Hand!

Und wenn man dann die Wäsche der letzten zwei Monate von Hand am Brunnen schrubbt, die kleinen Geschäfte im recht verschlafenen Dorf nicht viel mehr als ein paar Schrauben und einzelne Tomaten zu bieten haben, die nächste Stadt zwar nur etwa 9 Kilometer entfernt ist, doch nur auf einer eigentlich nicht vorhandenen Straße zu erreichen ist (weshalb man den Weg gerne zu Fuß bestreitet anstatt mit dem Fahrrad oder Bus), das Wasser oft nur während der 12 Stromstunden pro Tag fließt, tagsüber mittlerweile gefühlte 45 Grad herrschen bevor nachmittags wilde Gewitter und Stürme übers Land ziehen, so bietet uns diese kleine Gartenidylle etwas zauberhaft Abenteuerliches.

IMG_6405 Pame Bazar ... und seine Frau Unser Schneider Pame Bazar Pame Bazar
Pame Bazar

Wir genießen unser Dasein. Freuen uns über die Bauern auf den Reisfeldern um uns herum, die laut ihre Wasserbüffel dirigieren um die Felder zu pflügen, den atemberaubenden Vollmond, die Kuhglocken, das laute Konzert der Grillen in der Nacht, das wilde Geschrei der sehr kleinen Schulkinder das wir trotz der Entfernung zum Dorf hören, die tägliche Abkühlung wenn am Nachmittag der kurze Regen einsetzt … und ab und zu schauen wir auch einfach nur in den Himmel und essen einen Keks.

Gartenidylle Waschtag Bob the Builder Outside Inside Putzaktion Brown Banana Bread Putzen!Der Garten
Putzaktionen und Gartenidylle

Ja. Das Reisen verlangt auch hin und wieder nach einer Pause. Momente des puren Seins und Lebens. Doch schon in wenigen Tagen freuen wir uns wieder auf … Nonstop Bewegung. Sich treiben lassen. Schmutzige Straßen. Klare Flüsse. Gefährliche Gassen. Spannende Menschen. Abenteuer rund um die Uhr. Adrenalinkicks all you can eat. Den besonderen Moment. In jeder Sekunde. Ferien für immer. Fremde Kulturen. Kulturschock for free. Skurrile Speisen. Aber nur da „wo die Einheimischen sind.“ Only the real thing. Länder inhalieren. Sich bilden. Und sich was drauf einbilden. Sich zu bewegen. Immer zu und pausenlos. Entdecken. So viel wie möglich. Und in der kürzesten Zeit. Nur einfach niemals stehenbleiben.

 

 

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4 Kommentare

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