Glaarkshouse

Ein ganz normaler verzauberter See. Mazedonien.

Irgendein später Nachmittag Mitte Juni. Unser Vorzelt ist aufgebaut, das Glaarkshouse steht inmitten einer hohen grünen Wiese, direkt am Seeufer des zauberhaften Lake Ohrid in Mazedonien. Wir schlüpfen in unsere Badesachen und laufen Hand in Hand und beflipflopt ans Wasser.
Noch nie zuvor habe ich solch einen stillen See gesehen. Fast unheimlich still, wellen- und bewegungslos liegt der riesige See vor uns. Das Wasser ist klar, man kann den Grund sehen – selbst tief drinnen im Lake Ohrid. Ein sanfter Dunst steigt auf, so dass man das andere Ufer am anderen Ende des Gewässers kaum erkennen kann. Das Wasser ist kühl, frisch und sauber. Wir vernehmen die Geräusche von Fröschen, Grillen und ab und an einen Schrei der Paraglider, die in einiger Entfernung von einem wie dafür gemachten Berg springen und sich bei der Hitze des beginnenden Sommers lachend in das erfrischende Nass plumpsen lassen.

Mazedonien sagte uns bisher nicht viel. Es sollte eines der vielen Länder auf dem Weg nach Indien sein. Ein Durchfahrtsland sozusagen, ein Land dem wir nicht allzu viel Zeit und Aufmerksamkeit widmen können, nicht so wie wir es gerne würden. Sonst kommen wir wohl nie in Indien an. In der Früh noch waren wir in Albanien, den Tag zuvor in Montenegro. Dort gab uns ein Motorradfahrer, der sich auf dem Weg in den Irak befand, den Tipp diesen See zu besuchen. Er sei eine schöne Oase der Ruhe auf dem Weg Richtung Osten.

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Peter und ich schwimmen weit hinaus. Genießen die verdiente Abkühlung nach der heißen Fahrt. Später am Abend bauen wir Tisch und Stühle auf, öffnen eine gute Flasche Rotwein (Danke nochmals, liebe Frau Lieb und werter Herr Striegan), genießen Brot, Oliven, Käse – und den Blick auf den Sonnenuntergang über dem verzauberten See. Der laue Sommerabend lädt uns später zu einem Bad in den lauen Sommerabend ein.

Paradiesisch. Fast. Bevor wir uns an diesem besonderen Flecken dieser Erde ausgebreitet haben, befreiten wir die Wiese, die für wenige Stunden unsere Wiese sein sollte, für unser Seelenheil vom Müll. Mit Windeln, Plastikflaschen, Tetrapacks, Blechdosen und sogar Spritzen haben wir zwei große Müllsäcke befüllt. Immerhin wurden die Säcke in der Früh vom Müllfahrzeug des nächsten Dorfes mitgenommen.

Peter und ich wurden auch mitgenommen in der Früh – von den ersten Sonnenstrahlen – in einen weiteren wunderschönen Tag. Ein frühes, frisches Bad im Zaubersee – noch vor dem ersten Kaffee – macht uns munter. Das späte Frühstück, bestehend aus lokalem Ziegenkäse, Honig und frischem Brot macht uns glücklich. Ein gutes Buch macht uns zufrieden. Das pure Sein macht uns dankbar. Der Blick auf den See macht uns eins. Eins mit der Natur und mit diesem einzigartigen Stückchen Erde.

So schön kann ein Durchfahrtsland sein. So einfach. Und doch so besonders.
Danke, Mazedonien. Danke, fremder Motorradfahrer!

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